Published August 2021
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Music and Commemoration in Early Modern Europe: Visual and Sonic Intersections of Remembrance
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This dissertation explores the role of music and visual art in commemorative events in Europe throughout the seventeenth century. Following the lead of medievalists, I look beyond disciplinary boundaries and consider the full range of media including written documents, visual art, objects, and performed (thus ephemeral) music that were used for commemoration. This multi-confessional and -regional project, set in Saxony, Bohemia, and the Low Countries, elucidates how acoustic and visual carriers of memory contributed to institutional or private forms of commemoration. For various religious and political events, such as the centenary of the Reformation (1617) or the Peace of Münster (1648), the rulers of these states consciously commissioned and thus produced media of memory in top-down fashion. Burghers or religious groups sought out their own media to memorialize these events, creating bottom-up media of memory. My portrayal and reconstructions of these commemorative events make clear that their specific procedures and the accompanying music and media had the ability to prompt people to remember a past, making a present fathomable and a future imaginable. Put differently, commemorative media had an impact on cultural memory; sometimes in unexpected ways, they situated individuals and communities in their present, shaped religious identities, political allegiances, and the historical narrative. I contend that the media of memory were interconnected and referred to each other, creating intermediality that influenced different senses. Furthermore, music held a special place; it speaks to the auditory sense that cannot be turned off, and can function as a bridge between communicative and cultural memory. The case studies in this dissertation illuminate what commemoration looked and sounded like in early modern Europe, and how it has contributed to historical understanding up to the present day.
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Diese Doktorarbeit untersucht die Rolle von Musik und bildender Kunst bei Gedenkveranstaltungen im Europa des 17. Jahrhunderts. Dem Vorbild der Mediävisten folgend, blickt sie über disziplinäre Grenzen hinaus und betrachtet die gesamte Bandbreite der Medien, die dem Gedenken dienten, einschließlich schriftlicher Dokumente, Musikalien, bildender Kunst, Objekte und aufgeführter (und daher ephemerer) Musik. Diese multikonfessionelle und -regionale Studie, mit Fokus auf Sachsen, Böhmen und die Niederlande, beleuchtet, wie akustische und visuelle Erinnerungsträger zu institutionellen oder privaten Erinnerungsformen beitrugen. Zwei Aspekte stehen im Fokus: bewusst in Auftrag gegebene Medien der Erinnerung sowie deren zufällige Produktion durch ihre Rezeption in der Öffentlichkeit. Zu verschiedenen religiösen und politischen Ereignissen, wie dem 100-jährigen Reformationsjubiläum (1617) oder dem Frieden von Münster (1648), wurden Erinnerungsmedien von den Herrschenden produziert. In der öffentlichen Wahrnehmung konnten Medien zu Erinnerungsmedien werden, indem sie durch verschiedene soziale Gruppen als solche rezipiert wurden. Meine Darstellungen und Rekonstruktionen von Gedenkveranstaltungen des 17. Jahrhunderts machen deutlich, dass die Veranstaltungen, deren Musik sowie Medien, Menschen dazu brachten, sich an die Vergangenheit zu erinnern, die Gegenwart erfahrbar und die Zukunft vorstellbar zu machen. Anders ausgedrückt, die Veranstaltungen und die begleitenden Medien hatten Einfluss auf das kulturelle Gedächtnis; manchmal auf unerwartete Weise verorteten sie Individuen und Gemeinschaften in ihre Gegenwart, prägten religiöse Identitäten, politische Loyalitäten und das historische Narrativ.Diese Arbeit zeigt, dass Medien der Erinnerung miteinander verbunden und aufeinander bezogen sind, wodurch eine Intermedialität entsteht, die verschiedene Sinne anspricht und beeinflusst. Darüber hinaus nimmt Musik einen besonderen Platz ein; sie spricht den nicht abschaltbaren Hörsinn an und kann als Brücke zwischen kommunikativem und kulturellem Gedächtnis fungieren. Die Fallstudien dieser Dissertation beleuchten, wie das Gedenken im Europa der Frühen Neuzeit aussah und klang und wie es bis heute zum historischen Verständnis der religiösen und politischen Ereignisse beigetragen hat.Files
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- Alternative title
- Musik und Erinnerungskultur im Europa der Frühen Neuzeit: Verschränkungen visueller und klanglicher Medien
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- Other
- oai:uchicago.tind.io:3324